10. Nov 2013

 

Von der Hafenstadt Gythio aus starten wir unser Insel-Hopping, auch wenn so spät im Jahr leider kaum noch große Fähren fahren - Leider sind wir mit unseren Motorrädern etwas eingeschränkter in der Routenplanung als gedacht. Wir nehmen die Fähre zur größten Insel Griechenlands: Kreta. Dort schlafen wir in einem der letzten noch geöffneten Campingpätze. Am nächsten Tag schlendern wir durch die Innenstadt von Chania. Besonders die große und sehr schöne Markthalle (mit riesigen Fischen!) hat es uns angetan: 

Danach geht es weiter ostwärts bis nach Rethymno - die schöne Joggingstrecke (besonders langer Sandstrand) und die gegrillten Shrimps lassen uns einen Tag verweilen.

Frisch gestärkt besuchten wir das Highlight der Insel Kreta: Der Palast von Knossos! Wir hatten im Vorfeld schon viel von der Kulturstätte gehört, dementsprechend groß waren unsere Erwartungen. Wir müssen gestehen, dass wir etwas enttäuscht waren: Zu uneindeutig ist zu sehen, was noch original erhalten und was restauriert ist. In Olympia beispielsweise war nicht nur sehr viel mehr zu sehen, sondern auch klar zu unterscheiden, was seit Ewigkeiten so da liegt und was jemand wieder aufgetürmt hat. (Leider, leider sind die Beweise im Meer versunken...) Deshalb suchten wir in Knossos besonders gründlich nach alten Steinen:

In Heraklio, Kretas Hauptstadt, verbrachten wir einen wunderschönen Nachmittag. Hier ist besonders schön zu erleben, wie uralte und modernste Kultur aufeinandertreffen. Die Nachtfähre nach Piräus, der drittgrößten Hafenstadt Europas gleich neben Athen, fährt dort ab, wir winken zurück...

Unsere Fähre hat Verspätung, anscheinend ist das hier so üblich. Wir düsen spät abends zum Ticketschalter und Fragen nach den nächsten Tickets. "Wie schnell könnt ihr sein?" ist die Antwort. Schnell natürlich - eine halbe Stunde später fährt uns ein anderer riesen Pott auf die Trauminsel Mykonos. Man schläft nicht gut auf einer Fähre, das wissen wir jetzt sicher... Aber die Mühe lohnt sich. Mykonos ist wirklich traumhaft, vor allem architektonisch. Wir finden ein günstiges, kleines Hotel, und bleiben zwei Tage, mitten drin:

Da wir keine Möglichkeit gefunden haben, über die Inseln aufs türkische Festland überzusetzen, ohne dass das Unterfangen ungleich teurer und/oder zeitaufwändiger würde, ging es anschließend auf gleichem Weg zurück nach Athen. Der Plan, nur eine Nacht zu bleiben, ging schief: Für den Folgetag ist in ganz Griechenland Streik im öffentlichen Nahverkehr angekündigt. Beim Schlendern durch die Innenstadt Athens merken wir in den vier Tagen, wie sehr den Komfort einer Badewanne, aber auch die Lebendigkeit, die Cafés und die Geschäfte einer großen Stadt vermisst hatten! Hinzu kommt der besondere Reiz Athens. Denn hier kommt einfach alles zusammen: Junge, sehr hilfsbereite Menschen, ungefähr Millionen kleiner Läden, politische Banner, und man sieht sie ständig von überall - die Akropolis, und andere echt alte Häuser. Athen, wir kommen wieder!

Jetzt sind wir - wieder per Fähre - in Kavala kurz vor der Grenze zur Türkei angelangt. Fast vier schöne Wochen waren wir in Griechenland, und wir bereuen keinen einzigen verlängerten Aufenthalt hier. Mindestens eine Reise Wert! Einziges Manko: Sie frittieren hier wirklich alles. Sogar frischen Fisch - warum nur? Aber wenn man sich an Tsatsiki und griechischen Salat hält und keine Überdosis Käse scheut, kann man in Griechenland ein Paradies auf Erden finden!

29. Okt 2013

Nach unserer Fahrt durch Albanien sind wir im südlichsten europäischen Land unserer Route angekommen: Griechenland. Hier fühlt man sich sofort zurückerinnert an Kroatien und Monetenegro. Aber die Schriftzeichen sind andere, was die Navigation manchmal doch etwas erschwert. Wir fahren bis auf die Insel Lefkada, um uns dort, direkt am Meer, eine kleine Auszeit zu gönnen. Wir erkunden die Umgebung, suchen vergeblich einen Leuchtturm (siehe Bild oben) und nutzen die Gunst der Stunde, um ausgiebig das lokale Essen zu genießen. Die Woche geht wie im Fluge vorbei...

Entspannt fahren wir weiter, rüber über die atemberaubende Brücke Patras, auf das "zweite Festland Griechenlands". Dort suchen wir, nach einem Besuch in Olympia, spät abends durchgefroren am erstbesten Campingplatz Unterschlupf - in Tholo Beach. Mitten in der Nacht weckt mich Anna, weil sie wegen der Geräuschkulisse nicht schlafen kann. Nach kurzem Rätseln gehen wir los, um den Ursprung des seltsamen Dröhnens zu finden. Zwei Minuten später stehen wir fassungslos am ersten echten Sandstrand unserer Reise, und sehen dem tosenden Meer zu. Riesige Wellen brechen sich unter einem klaren Sternenhimmel. Bei Sonnenschein betrachtet sieht das gar nicht mehr so dramatisch aus:

Spontan entschließen wir uns, hier einen Tag Pause einzulegen und mal ein bißchen im Meer zu tollen. Da Daniel es direkt geschafft hat, unsere Kamera in einer mannshohen (mindestens!) Welle zu verlieren, bestellen wir eine neue - und bleiben statt einem Tag zehn. Die Zeit bringen wir mit sonnen, Filmmaterial sichten und Routenplanung locker rum. Zum Glück hat es hier auch im Oktober noch angenehme 25 - 29 Grad. 

Angetrieben durch eine neue Rastlosigkeit, fahren wir weiter nach Süden, durch endlose Olivenhaine und Gemüsefelder, bis zu dem kleinen Ort Methoni. Hier merkt man, dass die Touristensaison schon eine weile vorbei ist. Wir sind die einzigen Gäste auf dem Campingplatz sowie im nahen, sehr guten Restaurant. Hier darf man, zur besseren Verständigung, die Gerichte direkt aus dem Kochtopf in der Küche bestellen. Das gefällt uns sehr gut :-)

Als griechisches Lieblingsgericht können wir übrigens eindeutig den griechischen Salat (im Bild links) mit diversen Vorspeisen und dem obligatorischen Weißbrot benennen. Leider gibt es hier kein anderes Brot. Wir werden jedenfalls fleißig weiter probieren!

Schließlich sind wir durch Koroni und Kalamata bis in den schönen Ort Areopoli gefahren, und übernachteten in einem der wunderschönen Natursteinhäuser, wie sie in dieser Gegend üblich sind. :-)

Damit haben wir nun schon fast 3 Wochen auf dem Festland von Griechenland verbracht. Die Zeit verging wie im Flug! Nun wollen wir für etwa zwei Wochen die griechischen Inseln (Kreta, Mykonos, Samos und Lesbos) sowie Athen erkunden, bevor wir durch die nördliche Türkei reisen.