08. Mai 2013

 

Bei einer Langzeitreise wie der unseren sollte man auch die Gesundheit nicht auf die leichte Schulter nehmen. Abseits von normalen Krankheiten wie Grippe ect., begegnet man unterwegs oft Krankheiten, welche bei uns nicht oder nicht mehr vorkommen. Gut beraten ist man daher rechtzeitig, d.h. mindestens 6 Monate vor Abreise, mit einem Reisemediziner zu sprechen um zusammen die nötigen Schutzimpfungen zu ermitteln. 

Seit ~2007 dürfen die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland wieder Schutzimpfungen für private Fernreisen bezahlen, was uns hier sehr zugute kommt. Zwar zahlt nicht jede Krankenkasse alles, aber unsere Techniker Krankenkasse zum Glück schon.

Seit einigen Wochen finden wir uns also regelmäßig im Gesundheitsamt München ein, um mal wieder einen oder zwei Piekse in den Oberarm zu bekommen. Mehr als eine Art Muskelkater war nicht zu spüren.

Wann habt ihr zum letzen Mal einen Blick in den Impfpass geworfen?

Tetanus, Polio, Diphtherie

Schutz vor diesen drei Krankheiten sollte eigentlich nie zur Debatte stehen und ist auch hier in Deutschland immer notwendig. Jede Krankenkasse bezahlt diese Dreifachimpfung als 2 Spritzen im Abstand von einigen Wochen. Alle 10 Jahre muss der Schutz aufgefrischt werden. Die Impfung erfolgt mit Totimpfstoff und hat i.d.R. keine Nebenwirkungen.

Hepatitis A+B

Hepatitis ist eine der häufigsten Reisekrankheiten (vor allem Typ A). Es gibt einen zuverlässigen Impfstoff der gegen beide Hepatitisarten gemeinsam schützt. Wie zuvor besteht die Impfung aus 2 Spritzen im Abstand von mindestens 2 Wochen, und hält anschließend für 10 Jahre. Da Hepatitis B durch Blut und Körperflüssigkeiten übertragen wird, ist eine Impfung auch in Deutschland sinnvoll (und wird bis zum 18. Lebensjahr von den Kassen übernommen).

Gelbfieber

Eine Gelbfieberimpfung ist als einzige Impfung in manchen Ländern (z.B. Südamerika) für die Einreise Voraussetzung (Nachweis durch den Impfausweis). Die Impfung ist außerdem die einzige Lebendimpfung in dieser Liste und darf daher nur von zertifizierten Impfstellen (i.d.R. das Gesundheitsamt) verabreicht werden. Es ist eine einmalige Impfung, welche im Abstand von 4 Wochen zu allen anderen Impfungen verarbreicht wird. Danach hält die Impfung für 10 Jahre.

Tollwut

Tollwut ist eine bei uns praktisch nicht mehr vorkommende Krankheit, welche vor Allem durch Tierbisse übertragen wird. Daher bei einem Tierbiss immer mit heißem Seifenwasser auswaschen, da der Erreger fettlöslich ist. Ohne Impfschutz verläuft diese in vielen Teilen der Welt recht verbreitete Krankheit immer tödlich, ein Schutz lohnt sich also. Zwar kann man sich auch noch nach einem Biss Impfen lassen, dies muss aber sehr schnell geschehen, was je nach Aufenthaltsort nicht immer möglich ist. Auch mit vorhandenem Impfschutz muss die Krankheit behandelt werden! Die Impfung erfolgt über 3 Spritzen im Abstand von einigen Wochen. 

Japanische Enzephalitis

Anders als der Name vermuten lässt, kommt diese Krankheit in vielen Teilen Asiens vor, vor allem in ländlichen Gebieten (in Japan aber kaum mehr). Die Immunisierung erfolgt mit 3 Spritzen und ist ca. 2 Jahre vorhanden. 

Typhus

Eine oft durch Trinkwasser übertragene Krankheit. Hier kann man einen 80% Schutz durch eine einzelne Spritze erreichen. Hält ca. 3 Jahre, danach ist eine Auffrischung nötig. Die Schluckimpfung hält nur 1-2 Jahre vor.

Meningitis

Die Meningitis (oder auch Hirnhautentzündung) wird durch Viren oder Bakterien übertragen und stellt in fast jedem Fall eine lebensbedrohliche Krankheit dar. Und auch hier lässt sich durch eine einzelne Spritze ein Impfschutz erreichen.

Malaria

Malaria ist ein heiß diskutiertes Thema unter den Langzeitreisenden. Es gibt keine vorbeugende Schutzimpfung, aber es besteht die Möglichkeit, durch Dauereinnahme der Krankheit vorzubeugen, oder aber erst bei Verdacht auf den Krankheitsausbruch schnell ein Stand-By-Medikament einzunehmen. Dabei ist zu beachten, dass die Inkubationszeit von Malaria ca. 5 Tage sind.

Aufgrund der Dauer unserer Reise wollen wir uns eine Dauereinnahme nicht zumuten, da die Medikamente den Körper dauerhaft belasten. Wir werden daher ein Stand-By-Medikament immer dabei haben und im Verdachtsfall einnehmen - so verfahren übrigens die meisten. Dieses Medikament kann die Krankheit (wie die Dauerprofilaxe) nicht verhindern, den Verlauf aber sehr günstig beeinflussen. In jedem Fall gilt: Bei Verdacht auf jeden Fall einen Arzt oder eine Klinik aufsuchen

Ein weiterer wirkungsvoller Schutz ist natürlich, sich möglichst garnicht erst von dem Überträger der Krankheit (der fiesen Mücke) stechen zu lassen. In Malariagebieten ist also Insektenschutzmittel, lange Kleidung (Motorradkombi, yeeee) und ein Moskitonetz Pflicht.

Lust auf Impfen bekommen? Den alten Impfpass rausgekramt und nur Bahnhof verstanden? Lasst euch auf jeden Fall vor einer Reise (kurz oder Lang) von einem Mediziner beraten!

Comments (4) -

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