29. Okt 2013

Nach unserer Fahrt durch Albanien sind wir im südlichsten europäischen Land unserer Route angekommen: Griechenland. Hier fühlt man sich sofort zurückerinnert an Kroatien und Monetenegro. Aber die Schriftzeichen sind andere, was die Navigation manchmal doch etwas erschwert. Wir fahren bis auf die Insel Lefkada, um uns dort, direkt am Meer, eine kleine Auszeit zu gönnen. Wir erkunden die Umgebung, suchen vergeblich einen Leuchtturm (siehe Bild oben) und nutzen die Gunst der Stunde, um ausgiebig das lokale Essen zu genießen. Die Woche geht wie im Fluge vorbei...

Entspannt fahren wir weiter, rüber über die atemberaubende Brücke Patras, auf das "zweite Festland Griechenlands". Dort suchen wir, nach einem Besuch in Olympia, spät abends durchgefroren am erstbesten Campingplatz Unterschlupf - in Tholo Beach. Mitten in der Nacht weckt mich Anna, weil sie wegen der Geräuschkulisse nicht schlafen kann. Nach kurzem Rätseln gehen wir los, um den Ursprung des seltsamen Dröhnens zu finden. Zwei Minuten später stehen wir fassungslos am ersten echten Sandstrand unserer Reise, und sehen dem tosenden Meer zu. Riesige Wellen brechen sich unter einem klaren Sternenhimmel. Bei Sonnenschein betrachtet sieht das gar nicht mehr so dramatisch aus:

Spontan entschließen wir uns, hier einen Tag Pause einzulegen und mal ein bißchen im Meer zu tollen. Da Daniel es direkt geschafft hat, unsere Kamera in einer mannshohen (mindestens!) Welle zu verlieren, bestellen wir eine neue - und bleiben statt einem Tag zehn. Die Zeit bringen wir mit sonnen, Filmmaterial sichten und Routenplanung locker rum. Zum Glück hat es hier auch im Oktober noch angenehme 25 - 29 Grad. 

Angetrieben durch eine neue Rastlosigkeit, fahren wir weiter nach Süden, durch endlose Olivenhaine und Gemüsefelder, bis zu dem kleinen Ort Methoni. Hier merkt man, dass die Touristensaison schon eine weile vorbei ist. Wir sind die einzigen Gäste auf dem Campingplatz sowie im nahen, sehr guten Restaurant. Hier darf man, zur besseren Verständigung, die Gerichte direkt aus dem Kochtopf in der Küche bestellen. Das gefällt uns sehr gut :-)

Als griechisches Lieblingsgericht können wir übrigens eindeutig den griechischen Salat (im Bild links) mit diversen Vorspeisen und dem obligatorischen Weißbrot benennen. Leider gibt es hier kein anderes Brot. Wir werden jedenfalls fleißig weiter probieren!

Schließlich sind wir durch Koroni und Kalamata bis in den schönen Ort Areopoli gefahren, und übernachteten in einem der wunderschönen Natursteinhäuser, wie sie in dieser Gegend üblich sind. :-)

Damit haben wir nun schon fast 3 Wochen auf dem Festland von Griechenland verbracht. Die Zeit verging wie im Flug! Nun wollen wir für etwa zwei Wochen die griechischen Inseln (Kreta, Mykonos, Samos und Lesbos) sowie Athen erkunden, bevor wir durch die nördliche Türkei reisen.

10. Okt 2013

Nach einem letzten Bad in Meer und Sonne in Kroatien fahren wir über die Grenze nach Montenegro. Wir folgen der Küstenstraße, welche sich hier besonders schön ans Meer schmiegt. Nachdem sich die Umgebung zunächst kaum von Kroatien unterscheidet, fallen einem doch schon bald erste Änderungen auf. Die Schilder mit den Aufschriften "Camping", "Bar" oder "Restaurant" werden seltener, Tunnel werden nicht mehr beleuchtet und kyrillische Werbeplackate säumen die Straßen.

Abends finden wir einen riesigen, aber leeren Campingplatz in Kaluderac, welcher fast direkt an einem noch größeren Sandstrand liegt. Schnell verscheuchen wir die vielen streunenden Katzen, bauen das Zelt auf und erkunden den Strand. Lecker Fisch gab es dort zufällig auch:

Am nächsten Tag verteidigen wir erfolgreich unser Frühstück vor den Katzen und brechen auf, schon wieder in Richtung Grenze nach Albanien. Die Strasse, in der Karte immer noch als Hauptstraße eingezeichnet, wird immer kleiner und schmäler. Trotzdem, oder gerade deswegen ist es angenehm zu fahren und wir begegnen auch bereits den ersten Autos aus Albanien. An der Grenze begrüßt uns eine längere Autoschlange, aus welcher wir aber gleich rausgewunken werden. Durch den Füßgänger-Grenzpfad sollen wir fahren. Na gut, warten ist eh nicht so unser Ding. Zu unserem Erstaunen werden wir und die Motorräder von mehreren Grenzbeamten interressiert bestaunt. Keine Spur von der Gleichgültigkeit der Beamten vorheriger Grenzen. Erst als klar wird, dass wir gar keine BMW haben, lässt das Interresse etwas nach. Honda, pfff. Ca. 15 Minuten später dürfen wir auch schon nach Albanien einreisen.

Unsere bisherige Erfahrung, dass sich Landschaft und Umgebung im neuen Land erst allmählich verändern, gilt nicht für Albanien. Direkt nach der Grenze wirken Straßen und Häuser deutlich heruntergekommener. Wir überholen Lastenrasenmäher, Pferdewagen (nicht für Touristen) und kleine Motorroller mit vorgespanntem Anhänger.

Wir fahren durch Shkodër, einer größeren Stadt Albaniens, um uns mit der lokalen Währung, dem Albanischen Lec, einzudecken. Der erste Kulturschock der Reise trifft uns bereits am Stadtrand. Während am Straßenrand oft Personen auf Ihre Ziege oder Kuh aufpassen, überholen uns moderne Geländewagen und der ein oder andere Benz. In der Stadt selbst herrscht für den ungeübten Blick das totale Verkehrschaos. Keine Ampeln, keine Schilder und scheinbar keine Vorfahrtsregeln in den zahlreichen Kreisverkehren. Die Fußgänger nehmen's locker..

Nachdem wir im Stadtzentrum eine Bank gefunden haben (eine Raiffeisenbank), versuchen wir, die Stadt erstmal wieder zu verlassen. Aber so leicht ist das gar nicht. Wegweiser gibt es hier nur manchmal. Und des Englischen ist scheinbar auch fast niemand mächtig. Wir schaffen es schlussendlich doch und fahren auf einer Straße, welche ständig zwischen Autobahnqualität, Landstrasse und Schlaglochpiste wechselt bis nach Laç, wo wir in einem günstigen Hotel unterkommen. Im Hotelrestaurant erleben wir zum ersten Mal Inflation hautnah, als wir für umgerechnet 7€ essen und trinken können. Abends genießen wir mit schlechtem Gewissen den Whirlpool in unserem Zimmer und fragen uns, ob wir wirklich noch in Europa sind.

Am nächsten Morgen fahren wir bei Kälte und Regen weiter in die Küstenstadt Durrës, wo wir bereits gegen Mittag ankommen. Wieder kommen wir in einem Hotel unter, welches gleichzeitig auch Bar, Restaurant, Tankstelle und Autorwerkstadt ist. Glücklicherweise spricht einer der Mechaniker Deutsch, sodass wir uns ein Mal durch die kleine Speisekarte essen können.

Von der Stadt selbst sehen wir nicht viel, eine Altstadt oder Sehenswürdigkeiten gibt es nicht. 

Am dritten Tag geht es weiter bis nach Gjirokastër, wo es eine alte Burg geben soll. Der Weg dorthin ist teilweise abenteuerlich und führt uns nicht nur durch kleine Bergstraßen, sondern auch über eine mehrere Kilometer lange Geröll- und Schlammpiste. Hier wird die in der Karte eingezeichnete Autobahn wohl erst noch gebaut...

Ein letztes Mal übernachten wir in einem, diesmal eher kleinen, Hotelzimmer, bevor wir Albanien verlassen. Ein Fazit über diese beiden Länder zu treffen, ist schwer. Montenegro bleibt uns vermutlich als klein-Kroatien in Erinnerung, welches mit seinen sehr guten und günstigen Restaurants und dem allmählichen Übergang der Küsten in Sandstrände ein perfektes Urlaubsland abgibt. Albanien ist 100 Jahre Geschichte in ein Land gepackt und kräftig geschüttelt. Wir werden wohl oft daran zurück denken, aber wissen nun, dass Kultur nur in reichen Regionen gedeihen kann. Deshalb sind wir froh, bei Kakavië den bettelnden Kindern an der Grenze davon zu fahren - in eine neue Zeitzone - nach Griechenland.

05. Okt 2013

Nach einem langen und regenreichen Tag konnten wir endlich weiterziehen. Mit vielen Tipps und einigen Karten von "Paul Something", unserem einzigen Nachbarn auf dem Campingplatz, geht es weiter.  Bei strahlendem Sonnenschein brechen wir auf in Richtung Süden. 

Wir besuchen den Krka Nationalpark, welcher besonders für seine Wasserfälle bekannt ist. Es empfängt uns ein wirklich schönes Naturgebiet, in das nur wenig eingegriffen wird. Die einzige Ausnahme scheinen selbst Anfang Oktober viele Touristen zu sein, aber das sind wir ja schon fast gewohnt. 

Später am Tag treffen wir zufällig auf die Kulturerbe-Hafenstadt Trogir und finden auf der angrenzenden (Halb-?) Insel eine Unterkunft direkt am Meer, wo man es locker 2 Tage aushalten kann, schließlich ist hier Badewetter!

Nach einem wohlverdienten Tag Pause geht es auf Erkundungstour durch Trogir. Eine wunderschöne Altstadt mit vielen kleinen Gassen gilt es zu entdecken. 

Nachmittags geht es weiter in die Metropole Split, deren Innenstadt mit Einkaufspassagen schon sehr an große Städte Deutschlands erinnert. Nur der Markt mit frischen Fischen fällt aus dem Rahmen und gefällt uns :-)

Auf der Suche nach einem Quartier (viele Zeltplätze sind jetzt im Oktober bereits geschlossen) finden wir mehr durch Zufall den Ort Ston mit der längsten zusammenhängenden Burgmauer Europas. Wir finden heraus, dass hier Zimmer billiger sind als Camping in Österreich und schlagen spontan zu. Hier schlemmen wir ausgiebigst und essen beide zum ersten mal in unserem Leben frische Austern. Sie schmecken ungefähr so, wie das Meer riecht, findet Daniel, und isst sie schnell auf.

Natürlich will Daniel auch die Burgmauer näher begutachten, und die sportliche Besichtigung zieht sich doch in die Länge. Schnell ist der Liter Wasser vernichtet und 100te Stufen erklungen, aber für die Aussicht und die Kalorienverbrennung hat es sich gelohnt!

Weiter geht es zu unserem letzten Abstecher, der südlichen Hafenstadt Dubrovnik. Wieder werden wir mit einer schönen und gut erhaltenen Altstadt begrüßt, aber auch mit Horden von Touristen. Wir schauen uns nur kurz die Stadt an und suchen dann schnell das weite. Anscheinend sind wir doch eher Einzelgänger...

Ein letztes mal übernachten wir in Kroatien direkt am Meer, geben unsere letzten Kuna aus und versuchen, Bilanz zu ziehen. Kroatien ist ein sehr schnönes, aber selbst im Herbst oft noch mit Touristen überlaufenes, Land. Dadurch ist die Küstenregion eher reich, sobald man aber ein bißchen ins Hinterland kommt, nimmt die Anzahl an Menschen und die Vegetation ab. Und was Österreich an Kühen hat, hat Kroaten an streunenden Katzen. Wir kommen auf jeden Fall gerne wieder. Die Herausforderung, einen möglichst einsamen Strand für sich zu finden und so unauffällig zu reisen, dass man im Restaurant nicht spontan auf deutsch angesprochen wird, nehmen wir gerne wieder an.

Und jetzt erkunden wir ein wenig Montenegro, bevor wir vor der Regenvorhersage nach Albanien flüchten. Wir sind gespannt!